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der natürliche verbündete des heteromännchens ist der homo. klar, weil er schließlich nicht dieselbe beute jagt wie sein andersrum liebender geschlechtsgenosse. weshalb, messerscharf geschlossen, potentiell mehr weibchen für ihn anfallen: ihn, den normgepolten strahlemann, hetero durch und durch. ihn, changnoi, mein derzeitiger auftraggeber und betreiber des booze-portals ghg. das jedenfalls sind seine worte, neulich nachmittags auf den punkt gebracht.
aha, na schön, also wie jetzt, soll ich das glauben? kann sein, daß er recht hat, fest steht, daß seine bemerkung aus dem herzen eines grundguten, toleranten kreativen stammt der noch dazu am csd-samstag seinen wohlstandskörper auf den parcours zwischen rankestarße und wittenbergplatz hievte, um seinem wesen und den daraus abgeleiteten erkenntnisgewinnungsmethoden entsorechend in etwas einzutauchen, das ihm (s. o.) eingestandenermaßen immer noch faszinierend anders, aber dennoch durchaus nicht fehl am platze vorkommen muß. ich könnte ja seine klammheimliche freude nachvollziehen, wenn ich, wie gesagt, er wäre, aber lassen wir das tiefschürfen, denn bilder sagen mehr als tausend worte.
der diesjährige csd-bilderbogen auf dieser seite - copyright changnoi, maitre de plaisir et des boissons stimulants - kriegt jedenfalls nicht ganz die kurve, was das nachempfinden der liveatmosphäre betrifft, weil er sein pulver wohl zu früh verschossen hatte.
wir hätten da einen werbewagen mit studionarzissen im artigen ravewiegeschritt, schwule polizei rund um eine rollende kleingartenkolonielaube, recht muntere lesben, recht glückstrunkene allerlei geschlechts und posen über posen, na warte, du schnuckelchen, wenn ich dich kriege, spitz das mäulchen, roll das zünglchen wie ein iguana auf fliegenfang und dazu recht kühles wechselhaftes wetter. schwer, sich zu entscheiden, hinter welchem waggon die sexieren auspuffgase und strahlenderen sounds verpufften, mein tip, der lesbenwagen, mit uplifting vocal house, tuckig bis zum anschlag und sooo berauschend, einfach lecker. die jungs vom stahlrohr in gewohnter ich fick dich jetzt die reihen fest geschlossen mauer auf ihrer rollenden wagenburg. originell und sehr hübsch, die gummikostümierung. die sehenswürdigkeiten red bull lonesome rider gaaanz weit vorne im zug sowie peep extra strong und WASTE rauchwaren auf pink car wash what a frenzy- truck. fren - zy!!! hier hatte das veranstaltungskomittee umsichtig geplant und solche werbetafeln schön publikums verträglich über den gesamten zig-wagen-zug verstreuselt, damit das auch politisch noch verträglich war.
wem das immer noch zu kommerziell war, der zog sein ding etwas zeitverzögert im parallelluniversum mit der o-straße durch. tolle atmosphäre dann auch noch am späteren abend, wo alles ins so36 drängte, was in den pfützen und scherbenhaufen davor sein glück nicht mehr finden konnte.
die classic version der csd-parade, begafft wie stets von tausenden außenstehender und mitreisender, vermochte modulweise mikrokosmen der exaltiertheit und allegria urbana zu erschaffen, blieb allerdings aufgrund ihrer größe und der seltsamen kriechspur, der sie zu folgen hatte, riesenschlangengleich unangenehm im halse der akteure und voyeure stecken. zu oft brach die dramaturgie des zuges quälende viertelstundenlang in sich zusammen, kommt da noch was, feiert hier noch wer?
trotzdem lieb: der lustwagen mit der livecombo und dem charleston und jitterbug einer im holographiemuseum zu bestaunenden old schooler ära, jurassic material der allersexiesten sorte. und natürlich; die flirts der jungen landpomeranzen mit den furchtbar mutigen beschwipsten erotomanen im zug, die, mal eben schnell hallo sagen gehen, warte, bin gleich wieder da, schatzi, um so nem achtzehnjährigen verwirrten aus heuhaufenwalde einen wisch mit der schwammigen zunge übers unbehaarte antlizu zu reiben.
nee, schee war's, sexy, verrbottenn und oooh soo good!!! und die siegessäule schirmte nie passender mit ausgestrecktem lorbeerkranz die endkundgebung samt der grußadressen unserer politischen klasse. wowereit, wir verdanken's dir und das bleibt auch gut so.
text © Werner Braunschädel 2001
fotos
© changnoi 2001
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