"Allet jeht vorüber", quäkte mir einer ins Ohr angesichts der jubelnden und weinenden Menschen am Checkpiont Charly, als am 9.November 89, die Mauer fiel. Auch die Love Parade ist vorüber, und die vor Freude ravenden , und ,angesicht der tief-religiösen Einsichten von Dr. Motte, weinenden Massen sind abgereist. Hier gab sich die deutsche, weiße Mittelklasse-Jugend ihr Fest,und alle findens gut und wichtig. Wer nur Soap und Arabella kennt, der erlebt seine Einfahrt in den Bahnhof Zoo/Berlin 97 wie ein Runterkommen auf der Kreuzung Haight/Ashbury in San Francisco im Jahre 1967 . If you are goin to Berlin don't forget your Mastercard in your hair. Alle lieben dich
Landowski sieht in Mottes Äußerungen des Alte Testament realisiert. (Rave/Religion). Für den Einzelhandel ist Weihnachten und Ostern auf einmal ausgebrochen. Es scheint als seien alle Statisten von "Gutezeiten/Schlechtezeiten", alle publici, samt Kandidaten von Arebella und Vera in einem gigantischen round up zusammengetrieben. Darauf wartend, durch einen emaginären Schließmuskel als Liebeswurst neu geboren zu werden. Deutsche Musik, zu der die gedopten Massen ihre attaktische Motorik praesentieren, bar jeden Witzes, und jeder Leichtigkeit beraubt, dröhnt durch die Stadt. Das fasziniert wie der Lichtdom,Pathos liegt in der Luft. Die Stadt reinigt im image selbst. Die Jugend nimmt ihre Hauptstadt in Besitz, und alle haben Kreditkarten dabei. Landowski ist happy.
Am Anfang waren das tatsächlich ein paar Irre, stulle vielleicht aber happy . Aber nicht so stulle, das Demonstrationsrecht nicht für ihre Zwecke auszuhebeln. Geniale Strategie.Aus den schon nostalgisch verklärten Tagen aus der Zeit als die Parade noch über den Ku-damm lief und sich fröhlich hoppsende Party-People von einigen Gaffern bestaunen ließen,ist eine Stampede geworden. Es war das junge Berliner Nachtleben, das sich dort an einem einzigen Tag im Jahr im Lichte selbst feierte und praesentierte. Die Love-Nation
Wenn planet.com heute nicht abgreift, wären sie schön blöd. Wenn Landowski nicht genau wüßte, das die Organisatoren Geld verdienen wollen, was er versteht, und nicht aus Idealismus handeln,was er nicht verstünde (und ihm Angst bereitete), gäbe es die Lave Parade so nicht. Das ist aber nicht das Problem. Im Gegenteil, die Love Parde leidet darunter daß die Massen noch nicht genug gemolken werden. Dazu fehlt in Berlin die Logistik. Ein Arbeitsurlaub der Organisatoren wäre angesagt z.B. zum Carneval in Salvador de Bahia in Brasilien. Von den Organisatoren dort könnte man lernen wie man Masse erreichen, und Klasse halten kann. Stadt ,Organisatoren und Privatwirtschaft arbeiten dort miteinander. Trotzdem stinkt dort auch nach zwei Tage die ganze Stadt nach Pisse. Das kann man nur versuchen zu verhindern. Letztlich muß man es hinnehmen wie die OderFlut. Ein Naturereignis. oder anders:
no stink-no love
Aber an den Zug-Wagen kann man arbeiten.
In Salvador sind die TRIO ELECTRICOS mit professionellen Musikern besetzt, vor denen 100 Trommler ihre Sambatrommeln schlagen, und gemeinsam ihren infernalischen Sound auf die zuckenden Leiber abfeuern. das hat Power.Rituelle Fruchtbarkeitstänze bei dem die Frau mit dem Arsch wackelt, auf das der Mann einen Ständer kriegt, und so für die Erhaltung der Art sorgt. Diesem,UNSEREN Schöpfungsakt wird ein Fest gegeben. Sowas ähnliches machen wir hier auch, doch die Menschen Brasilien könnens nur besser. Samba ist dort Schulfach, und wenn dort die Massen tanzen, dann ist das PARTY. Von Bahia lernen heißt Party lernen.
Die Love Parade in der Form hat unzweifelhaft seinen Höhepunkt überschritten. Neue Konzepte müssen her. Es wäre schade wenn eine tolle Sache an sich selbst scheiterte.
Vielleicht sollten sich die Schwulen die Multikulturellen und Love Nation zusammengehen, und eine schwule,multikulturelle, Lovenation ausrufen, die Veranstaltung bereichern,entzerren und noch professioneller organisieren
for real fun, fly trans Love Airways to the Carneval in Salvador de Bahia/Brasil in Feb. '98
ps:
"Dürfen wir fortfahren ernsthafter zu sprechen, als es der Gegenstand zu erlauben scheint, so bemerken wir: daß die lebhaftesten und höchsten Vergnügen uns nur einen Augenblick erscheinen und kaum eine Spur in der Seele zurücklassen, daß Freiheit und Gleichheit nur in dem Taumel des Wahnsinns genossen werden können, und daß die größte Lust nur dann am höchsten reizt, wenn sie sich ganz nah an die Gefahr drängt und lüstern ängstlich-süße Empfindungen in ihrer Nähe genießet" JWG über den Römischen Karneval.