Auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs wurde das alte Heizkraftwerk der Stalinallee zu einer Kathedrale der Nacht umgebaut. Berghain heißt der Club nun. Ob sich der Name mit seiner diffusen Anspielung auf deutsch-romantische Topoi einbürgern wird, ist allerdings fraglich. Für die meisten wird es einfach das neue Ostgut sein. Vor Wochen schon wurde im zweiten Obergeschoss die Panorama Bar wiedereröffnet, irgendwann in den nächsten Wochen wird es auch das Lab.oratory wieder geben. Der neoklassizistische Kubus von 1953/54, der mit Rustika-Sockel, kolossaler Lisenengliederung und großen Sprossenfenstern eher wie ein Volkspalast denn ein Industriebau aussieht, erfüllt sich nach jahrzehntelangem Leerstand mit neuem Leben. Ohne dass die Betreiber dies je zu ihrem Programm gemacht hätten, ist das Ostgut auch zum Ort der Kunst geworden.